WOL, PKM und die digitalisierte Arbeitswelt- eine Einordnung

Was für ein Jahr! Nein, das sage ich nicht jeden Dezember, dieses Jahr war wirklich ein besonderes. Mit vielen Höhen, aber auch Tiefen. Mit ganz viel Gelerntem. Und mit dem grossen Wunsch, das Gelernte weiterzugeben, anderen die Möglichkeiten zu zeigen. Was zum Teil schon lange in meinem Kopf umschwirrt, habe ich nun endlich auf ein Blatt gebracht und zum Teil auch vertextet. Natürlich ist auch dies „Work in Progress“ und nicht abschliessend. Bemerkungen, Inputs und Kritiken sind wie immer nicht nur herzlich willkommen sondern ausdrücklich erwünscht.

Nun freue ich mich riesig, das Begonnene mit Hilfe meines Netzwerkes im neuen Jahr weiterzuführen, auszubauen, zu professionalisieren und bekannt zu machen. Herzlichen Dank an alle da draussen, die zu diesem Werk bisher beigetragen haben!

Im heutigen beruflichen Umfeld werden „Digitale Kompetenzen“ immer wichtiger und wahrscheinlich bald zu einem entscheidenden Faktor. Dazu gehören einerseits „Anwendungskompetenzen“- also die greifbaren Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Produkten und Instrumenten –andererseits aber auch persönliche Kompetenzen wie Unterhalt einer digitalen Präsenz, Lern- und Reflexionskompetenz, Bereitschaft für offene, kollaborative Arbeitsweisen, und eine allgemeine Offenheit, Neugier und Kreativität.

Mein Projekt, welches ich in diversen Kollaborationen entwickle, zielt darauf, Frauen beide Aspekte näher zu bringen, mit Schwerpunkt auf der persönlichen Kompetenzentwicklung. Wir wollen Frauen Werkzeuge vorstellen, welche sie in der digitalen Welt brauchen können und ihnen Methoden aufzuzeigen, wie sie diese Werkzeuge dann für die persönliche Weiterentwicklung und damit einen Auf-, Um- oder Wiedereinstieg einsetzen können.

Konkret geht es darum, sich eine digitale Identität zu erstellen und durch Sichtbarmachung der eigenen Person und Kompetenzen/Arbeiten eine Online-Reputation aufzubauen. Wir zeigen weiter, wie man sich eine persönliche digitale Lernumgebung schafft, online-Netzwerke bildet und sich mit Gleichgesinnten sinnstiftend und reflexiv austauscht. Diese kollaborative, grenzüberschreitende Lern- und Arbeitsweise führt zu einer intensiven Vernetzung und eröffnet dabei unerwartete Möglichkeiten zur Neuausrichtung und Weiterentwicklung.

Zwei etablierte Methoden, mit denen man unter Anwendung von digitalen Werkzeugen zur persönlichen Kompetenzentwicklung gelangen kann, sind Persönliches Wissensmanagement (PKM) und Working Out Loud (WOL). Beide regen dazu an, sich eine digitale Präsenz zu erarbeiten, sich mit anderen zu vernetzen und sich „gebend“ auszutauschen. Persönliches Wissensmanagement ist dabei eine Methode, welche man für sich selbst etablieren kann, während Working Out Loud ein geführtes Selbstlernprogramm in einer kleinen Gruppe während 12 Wochen ist. Beide Methoden werden von mir und meinen Partnerinnen selbst angewendet und haben uns so überzeugt, dass wir sie an andere Frauen für deren persönliche Entwicklung weitergeben zu wollen.

Keine Angst vor der Digitalisierung- Mütter, sie ist Eure Chance!

Das Schreckgespenst der Digitalisierung geht um! Und ein kürzlich rumgereichter Artikel will uns weissmachen, dass es gerade die Frauen sind, die unter der digitalen Transformation leiden werden. Was für ein Blödsinn! Noch nie waren die Möglichkeiten und Chancen für Familienfrauen so vielfältig und gut wie gerade jetzt. Man muss sie nur erkennen und sich zu Nutze machen.

Im Zuge der Digitalisierung wird von Automatisierung und Verlust von Arbeitsplätzen gesprochen. Von der Wichtigkeit der MINT Fächer (in denen wir Frauen untervertreten sind), von Blockchain, künstlicher Intelligenz und virtueller Realität. Also von Technologie. Dabei geht unter, dass die digitale Transformation noch viele andere Gesichter hat. Dass es zum Beispiel dank digitalen Angeboten noch nie so einfach war, sich weiterzubilden. Dass man sich online eine eigene Präsenz aufbauen kann, die aussagekräftiger ist als jeder CV. Dass die virtuelle Welt ganz neue Möglichkeiten bietet, sich Netzwerke aufzubauen. Oder dass die digitale Transformation neue Berufsbilder mit sich bringt, die man sich selbst erarbeiten kann. Und das alles zeit- und ortsunabhängig, von zuhause aus, abends, während der Spielgruppe des Kleinsten. Also ideal für uns Mütter! Wie das geht? Zum Beispiel so wie bei mir:

Weiterbildung, Weiterbildung, Weiterbildung

Ich wusste eigentlich schon vor der Geburt des ersten Kindes, dass eine Rückkehr in meinen angestammten Beruf nicht möglich sein würde. Umorientierung, Weiterbildung war also angesagt. Genau zu diesem Zeitpunkt startete Coursera seine ersten MOOCs. Massive Open Online Courses, Kurz-Weiterbildungen übers Internet, die gratis sind und an denen viele, ja sehr viele Menschen gleichzeitig teilnehmen. Der erste Kurs war eine Offenbahrung. Da konnte ich lernen, was mich interessierte, wann ich Zeit hatte, und in dem Tempo, das gerade passte. Perfekt für eine Mutter mit Kleinkindern! Das war vor rund 5 Jahren. Bis heute habe ich rund 7 Online Kurse besucht, teils MOOCs zu so unterschiedlichen Themen wie Project Management und Storytelling. Teils Kurse mit offiziellem Abschluss wie ein Online CAS eines Schweizer Bildungsanbieters. Dass ich neben dem eigentlichen Inhalt auch gleich noch mitbekommen habe, wie online Didaktik und virtuelle Zusammenarbeit funktioniert, war dabei ein willkommener Nebeneffekt. Heute ist das online Bildungsangebot riesig-von der Migros Klubschule über die AKAD bis zur Fernfachhochschule gibt es Ausbildungsgänge, und dass nur schon in der Schweiz! Dank Digitalisierung ist es möglich, Weiterbildung schon während der Kinderpause anzugehen. Was für eine Chance!

Fast gleichzeitig begann ich, mit WordPress rumzuspielen. Zuerst ein Blog- inhaltlich eher banal- mit dem ich die Software kennenlernen konnte. Dann die erste Webseite. Dann eine anspruchsvollere Webseite. Und dann eine noch anspruchsvollere Webseite. Einfach für mich, weil ich neugierig war, was sich da alles rausholen liess, und weil es Spass machte. Es gab Leute, die wussten davon. Und schauten sich an, was ich da so machte. Und kamen irgendwann auf mich zu- ob ich dies auch für sie machen würde? Gegen Bezahlung selbstverständlich? Und so wurde die Erstellung von Webseiten zum ersten geldbringenden Zweig in meiner langsam wachsenden Selbstständigkeit. Eine neue Tätigkeit, nur weil ich neugierig war und mir die digitale Welt die Möglichkeit bot, mir Wissen anzueignen, das andere nicht hatten!

Von der Online Präsenz bis zur Selbstvermarktung

Ich begann zudem, meine Online Präsenz weiter auszubauen. LinkedIn, Xing, ein Twitter Account. Mit dem ich zu Beginn nicht so viel anzufangen wusste. Bis da diese Konferenz kam, an der ich gerne teilgenommen hätte. Aber eben, ich habe ja 3 Kinder… Da lernte ich, dass an gewissen Veranstaltungen über den Inhalt getwittert wird. Ich schaute mir das an und merkte- da liegt noch viel mehr drin, in dieser virtuellen Welt! Als ich dann noch über Persönliches Wissensmanagement stolperte, war mir klar- was ich bis jetzt als Lernen und Online Präsenz ansah, war nichts, wirklich nichts!

Persönliches Wissensmanagement: Suche- mache Sinn daraus- Teile. Suche Quellen zu den Themen, die Dich interessieren. Nicht Bücher, sondern Personen! Die junge Dame, die so kreative Tortenrezepte bloggt. Der Herr, der auf Pinterest botanische Zeichnungen sammelt. Die Frau, die Videos über sketchnoting auf YouTube veröffentlicht. Kaum ein Thema, mit dem sich nicht andere beschäftigen und ihre Arbeiten im Internet teilen. Ich fing an, mir solche Quellen zusammenzusuchen und lernte eine ganz neue Art des Lernens und Weiterbildens kennen. Persönlich, erfahrungsbasiert, auf mein Themengebiet spezialisiert.

Doch was machen, mit all dem Gelernten? Sinn daraus machen und teilen. Ich begann, wieder einen Blog zu schreiben, diesmal gehaltvoll. Manchmal empfahl ich nur einen anderen Artikel, manchmal schrieb ich selbst, was mir so auf dem Herzen lag zum Thema, häufig inspiriert durch etwas, dass ich gelesen hatte. Ich machte Sinn aus dem Gelernten, in dem ich es aus meiner Perspektive weitererzählte. Und ich teilte es mit meinem wachsenden Netzwerk, welches mir dazu wiederum Feedback gab oder mir weitere Quellen zukommen liess.

Nach und nach begann so, meine Online Präsenz zu wachsen. Nicht nur pure Fakten, wie in einem Profil auf LinkedIn, sondern ich zeigte, von was ich etwas verstand und was mich interessierte. Kompetenzen, die ein CV nicht unbedingt widerspiegelt, die ich aber dank Link zu meinem Blog in diesen aufnehmen konnte. Ohne dies bewusst angegangen zu sein, hatte ich einen neuen Weg zur Selbstvermarktung eingeschlagen.

Virtueller Netzwerkaufbau- teilen und lernen

Dies funktionierte aber nur, weil ich das zugehörige virtuelle Netzwerk hatte. Leute, die lasen, was ich schrieb, es kommentierten und “liked”en und so sowohl meine Arbeit als auch meine Reichweite verbesserten. Die mich schlussendlich bekannt machten und mich ein Experte auf meinem Gebiet werden liessen. Ich entdeckte die Möglichkeiten der sozialen Netze.

Facebook war der Anfang, da war ich ja bereits zuhause. Doch nicht so viele meiner Freunde dort teilten meine Interessen. Auf LinkedIn kamen da ein paar mehr zusammen. Doch so richtig fand ich meine “peers” dann auf Twitter. Dank mehrerer glücklicher Zufälle lernte ich, wie man sich auf Twitter ein Lernnetzwerk aufbaut. Wie man die Personen findet, die gleiche Interessen haben, wie man mit ihnen interagiert, wie man wertvolle Beziehungen aufbaut. Nach knapp einem Jahr hatte ich bereits 200 Leute, die mir folgten, sich für meine Arbeit interessierten, sie zitierten. Ich hatte erste Blog Posts mit rund 200 Besuchen. Und es kamen die ersten Telefonanrufe. Ob ich an diesem Seminar einen Workshop moderieren könnte. Ob ich hier einen Artikel verfassen möchte. Ob ich an einer Zusammenarbeit interessiert wäre. Mein Netzwerk hatte mich in den entsprechenden Kreisen bekannt gemacht und verschaffte mir erste bezahlte Aufträge! Und gleichzeitig viele neue Ideen.

Neue Berufsbilder- was immer Du sein willst.

Ich verfasste einen gratis Online-Mini-Kurs, wie man sich mit Twitter ein Netzwerk aufbaut. Gerade jetzt konzipiere ich einen Kurs über WordPress und was man damit so alles anstellen kann. Und der nächste Kurs zu Persönlichem Wissensmanagement steht auch schon auf der Liste. Ich bin Online Dozentin geworden, fast ohne dazugehörige Ausbildung, dafür mit ganz viel praktischer Erfahrung. Ich wurde Working Out Loud Ambassadorin, Moderatorin und Workshop-Leiterin. Working Out Loud, eine neue und aktuelle Methode, wie man sich in der virtuellen Welt ein Netzwerk aufbaut, welches einem hilft, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Auch dies dank meinem Interesse und meiner Erfahrung, ohne einen formalen Abschluss, ohne spezifisches Training. Und nächstens plane ich, Coach und Mentorin für Frauen zu werden, die sich in die digitale Welt vorwagen möchten. Um sich dort einen Platz zu schaffen, auf dem sie ihre Interessen verfolgen, sich als Expertin positionieren, und sich damit ihren eigenen Beruf erschaffen können. Und danach kommt die nächste Idee, inspiriert durch die Möglichkeiten der virtuellen Welt.

Und da soll mal noch jemand sagen, die Digitalisierung sei schlecht für die Frau. Im Gegenteil! Nutzt die Chancen, die sich dank den neuen virtuellen Möglichkeiten bieten. Bringt Euch ein, macht Euch bekannt, verkauft Euch und Euer Können online. Sei es Euer Wissen (welches viel grosser ist, als Ihr meint!) oder Eure Produkte oder Eure Dienstleistungen. Ihr braucht nu rein wenig Zeit, Geduld und Neugier und Offenheit. Also nicht wirklich viel- oder?

Yes I can! Von Gewohnheiten, Visionen und der eigenen Präsenz- WOL Wochen 6, 7 und 8

Dieses Mal war ich vor unserem WOL Treffen ein wenig verunsichert. In den letzten Wochen hatten wir uns aufgrund der Sommerferien nur selten ausgetauscht, und es waren auch nie alle dabei. Hiess dies, das Momentum war bereits vorbei und unsere WOL Initiative versandete?

Und dann waren sie alle da, meine WOL Gspänli. Wir kämpften wie immer mit der Technik und lachten schon in den ersten Minuten. Wir erzählten uns von unseren Wegen, unseren Gedanken, unseren Erfahrungen. Meine Bedenken waren absolut unbegründet, im Gegenteil. Da wir uns auf Augenhöhe begegneten, war ein Vertrauensverhältnis entstanden, an das sich mühelos anknüpfen liess. Die Pause liess das Erarbeitete einsickern und erlaubte auch ein Reflektieren, wie weit es schon zur Gewohnheit geworden war und wo noch gearbeitet werden könnte. Perfekt dazu passte die Beitrags-Checkliste aus Woche 8 – welche Arten von Beiträgen passieren schon ohne Nachzudenken, sind also Teil von uns geworden? Und was ist noch neu, unprobiert?

Das Einflussreichste dieser Wochen war aber bei allen zweifelsohne der Brief. Wir alle hatten ihn geschrieben und dabei die Erfahrung gemacht, wie diese Visionierung dazu führte, dass wir unser Ziel überdachten, erweiterten, konkretisierten oder sogar neu definierten, da wir es nun in einem grösseren Zusammenhang sahen. Schon während des Erzählens fand- zumindest bei mir- eine weitere Transformation statt. Ich realisierte, dass ich zuwenig mutig gewesen war, zuwenig visionär, und vielleicht auch zuwenig ehrlich. Ein weiterer input, den ich diese Woche von einem WOL Mitglied bekam (jaja, sharing is caring, und WOL ermutigt- es funktioniert!), liess mich dann meinen Brief nochmals überarbeiten. Nun wird er ausgedruckt und als reminder, als Mutmacher auf meinem weiteren Weg dienen.

Zu diskutieren gaben die systematischen Beziehungslisten. Ist es wirklich opportun, zwischenmenschliche Kontakte zu systematisieren? Und wenn ja, wie- mit Karteikarten? Outlook Kontakte? Excel-Liste? Eine Art Adressbuch? Ich habe mich an letzteres gesetzt. Die Zeit wird zeigen, wie sich meine Gefühle und Routinen dazu entwickeln.

Um laut zu arbeiten, sich zu vernetzen, gehört natürlich die eigene online Präsenz. Immer wieder kommen die WOL Übungen darauf zurück und führen dazu, den eigenen Auftritt zu erstellen, zu reflektieren, zu überarbeiten und auszuweiten. Wie soll das Gegenüber wissen, was in einem steckt ausser einigen formalen Diplomen und den letzten Jahren Berufstätigkeit? Nie wäre ich von selbst auf den Gedanken gekommen, dass da durchaus auch Ziele Platz haben. Future child book author. Future social collaboration consultant for science? Warum auch nicht? Beitragsart Nummer 8: Teile Deine Arbeit noch während des Stadiums „in Arbeit“. Darum logg ich mich nun mal auf LinkedIn ein und setzte diese noch offene Aufgabe um.

Eine geistige Haltung und eine Werkzeugkiste- WOL Woche 4+5

Es ist ein wenig wie Wasser predigen und Wein trinken…. Da trichtern wir unseren Kindern ein, auf keinen Fall auf Fremde zu reagieren und im Internet sicher nichts von sich preiszugeben. Und was machen wir? Treffen uns wöchentlich virtuell mit 3 Fremden und reden über unsere persönlichen Fortschritte und dabei auch mal über unser Leben. Und haben Spass daran, vertrauen uns und lassen uns durch die unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Perspektiven inspirieren. Zum Glück kriegen das die Kinder nicht mit….

Nach nun 5 Wochen ist unser WOL Circle zu einem (fast) festen Punkt im Wochenablauf geworden und eine Bereicherung für alle, speziell an einem Montag Morgen. Wir halten uns nicht mehr ganz so streng an die Vorgaben- vergessen zuweilen sogar, wo wir gerade stecken- begleiten uns aber immer noch auf der WOL-Reise, die bisherigen Erfahrungen einbeziehend und die neuen Inputs beachtend. Und so entwickelt jeder von uns für sich ein mindset und eine toolbox. Ein mindset, das uns hilft, Möglichkeiten oder Personen überhaupt erst zu sehen, sich in andere einzudenken, Gemeinsamkeiten zu finden, und Gelegenheiten zu erkennen. Und eine toolbox, die uns darin unterstützt, diese Gelegenheiten zu nutzen, diese Gemeinsamkeiten auszudrücken, diese Personen zu kontaktieren und ihnen nützlich zu sein.

Du musst den Menschen nützlich sein. Schon wieder so eine Weisheit, die bereits vor 20 Jahren an mich herangetragen wurde. Viele Dinge haben sich im Laufe der Zeit nicht geändert, sind Essenzen des menschlichen Zusammenlebens. Und doch gilt es sie in die digitale Welt zu übertragen und dafür zu erweitern. WOL kann dabei helfen. Sollte also (wider Erwarten) das gesetzte Ziel nicht erreicht werden, so hat WOL immerhin den Teilnehmer angeregt, über sich und seine Interaktionen zu reflektieren. Was in jedem Falle wertvoll ist.

Und zu meinem Ziel, meiner Liste? Dem Ziel bin ich schon viel näher, als ich es je in dieser kurzen Zeit für möglich gehalten hätte. Es hat sich leicht umformuliert, sich zum Teil selbstständig gemacht, ist konkreter, greifbarer geworden. Das hilft mir auch ausserhalb des WOL Circles, mich genauer, besser mitzuteilen. Und die Liste? Besteht heute aus völlig anderen Personen als ursprünglich- alles neue Kontakte, von denen ich vor wenigen Wochen gar nicht wusste, dass sie existieren. Was will man mehr….

Vom bedingungslosen Lernen- WOL 2 und 3

Heute Morgen fand unser 3. WOL Circle statt-ja, wir sind nicht die Schnellsten, aber wir bleiben dran! Und das heutige Thema, Zeitmanagement, passte gerade hervorragend. Denn bei uns allen ist momentan viel los, und wir können gerade viel weniger Zeit mit dem #cl2025 und #WOL verbringen, als wir eigentlich gerne möchten. Deswegen habe ich nach dem WOL Circle beschlossen, Übung 2 (Bezahle Dich zuerst selbst) sofort durchzuführen und mich hier und jetzt mit der Zeit für eine Reflexion und einen Blog Post zu beschenken!

Woche 2 war für die Teilnehmer, die bereits Personal Knowledge Management machen, eine relativ einfache Woche. Neue Netzwerkpunkte finden, diese zu berühren durch ein Like oder einen Kommentar, eventuell sogar bereits mit ihnen konkreter in Kontakt zu treten, ist eine Vorgehensweise, die auch für PKM zentral ist. Der Unterschied zu PKM ist, dies bei WOL gezielt zu tun- mit einem Ziel oder einer bestimmten Fragestellung im Hintergrund. Dies war für mich ja auch bereits eine Erkenntnis der 1. Woche.

Doch nicht alle potentiell interessanten Personen lassen sich über die Sozialen Medien kontaktieren. Es gibt Leute, die sind nicht präsent oder nicht aktiv. Macht nichts. Wie bei unserem Austausch schnell klar wurde, geht auch immer noch das gute alte Email- vorausgesetzt, das Mindset in der Email ist das gleiche wie beim vorgeschlagenen Weg über die sozialen Medien, nämlich Ich biete Dir einen Beitrag an. Schwieriger ist es aber, solche Kontakte aktiv zu halten ohne aufdringlich zu sein. Wir werden berichten, ob uns dies gelingt und vor allem wie.

Aber eben, das Zeitmanagement…. Sich 10% seiner Arbeitszeit für Lernen einzuplanen, haben alle schon probiert, und es hat bei niemandem funktioniert. Spannend ist der Ansatz, bei einem längeren Arbeitsweg ortsgebunden zu lernen- im Zug von Station A bis Station B. Aber auch dies erfordert Disziplin. So kamen wir undisziplinierten Circle Teilnehmer zur Frage, ob es denn überhaupt ein fixes Lernpensum braucht? Ob wir uns selbst nicht zu Herzen nehmen sollten, was letzte Woche im #cl2025 diskutiert wurde- nämlich sich bewusst werden, dass wir 70% während unserer Arbeit lernen. Und dass das, was wir zusätzlich lernen oder wo wir uns zusätzlich engagieren wollen, halt in Wellen funktioniert. Mal haben wir mehr Zeit und Energie, mal weniger. Anstatt uns unter Druck zu setzen und frustriert zu sein, wenn es mal nicht so klappt, Lernen bedingungslos anzusehen und uns „nur“ darauf zu konzentrieren, dass die Wellentäler nicht Überhand nehmen, sondern ein Wellenkamm in Aussicht ist. Denn wenn der Mensch nicht bereit ist zu lernen- aus welchen Gründen auch immer- kann er auch nichts lernen!

So haben wir für uns die wichtigsten Faktoren für unser Lernen zusammengestellt: Realistische Ziele, Bewusstsein was/wieviel wir lernen, ein wenig Geduld, und unser unterstützendes Netzwerk. Denn- so waren sich in dieser intensiven Zeit alle einig- die Regelmässigkeit des WOL Circles und der damit einhergehende, positive Gruppendruck sind für uns alle eine grosse Hilfestellung um „dran zu bleiben“- auf welchem Level nun auch immer.

Und eben, die 70%. Lernen während der Arbeit, während dem WOL. Wie @audelatreille es uns gleich wieder wunderbar aufgezeigt hat, indem sie unser Meeting in eine Sketchnote verwandelt hat- ihrem Ziel „Inhalte durch Visualisierungen zu ergänzen“ wieder einen Schritt näher :-)!

Die Krux mit der Liste- die erste WOL Woche

Ich schaffe es einfach nicht! Seit rund zwei Wochen bin ich dran. Und hab noch keiner einzigen Person meiner WOL Liste einen Beitrag geschenkt….. Schlecht! Oder etwa doch nicht?

Ich gebe es zu, ich bin unserer WOL Gruppe ein wenig vorausgeeilt (Neugier) und hatte schon vor unserem ersten Treffen meine Liste begonnen. So konnte ich auch gleich 8 Einträge vorweisen, meist Personen, denen ich irgendwann in meinem Leben begegnet bin und von denen ich irgendwie hoffte, dass sie mich meinem Ziel näher bringen können.
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E-Learning is dead (already)!

When Andreas Wittke, founder of one of the major MOOC platforms in Europe, says „E-learning is dead“, you need to follow this up a bit.

His main points are:

Nowadays, e-Learnings are just a virtual image of an analogue thing- books turned into e-books. Analogous, an LMS is just a virtual image of a school with temporal and spatial barriers. More so, LMS often have very low usability as they were designed by teachers having methodology in mind, not usability. Therefore, e-Learnings and LMS do not change any structures or behaviours.

As long as E-learnings are designed to serve as virtual content in the context of the traditional image of school, they are way too expensive and ineffective.

In allen, wirklich in allen Wirtschaftsbereichen vermindert die Digitalisierung die Gesamtkosten, nur in der Bildung werden sie erhöht.

Only when digital education is detached from the current perception of schools and learning, which means detached from a closed group of enrolled students to whoever-wants-to-learn-this (upscaled and available large-area) and detached from temporal restrictions like hours or semesters, a real value will arise.

Taken together, he states that all the thousands of mini-e-learnings designed in companies and schools have a horrible cost-value ration. He might be right. I think he is.

But there’s another point in his article I do not agree. He states that the MOOCs are the first digital education baby, but still are restricted by their time limits- they have a starting and an end date. He wishes them to be available on demand. But then they aren’t MOOCs anymore! A major motivation in a MOOC is to attend a course together, although virtually, and to discuss content. To meet people, to comment, to support and to peer-review (which I still think is one of the best things in xMOOCs). I recently attended a MOOC with approx. 15-20 Persons. It was awful.

So maybe it’s just a thing of terminology. He wants to have lectures/resources ready for on demand (and possibly binge-like) learning with support from mechanical turks. This is not a bad idea. Still I am not sure if most people don’t prefer learning in a community of some kind, which will always restrict the anywhere-anytime.

And all the thousands of mini-e-learnings? In a perfect world, people would share them, allowing the generation of a huge content base that then supports this vision of self-directed independent learning.

Mein erstes Blind Date und die Schwierigkeit, offene Lernumgebungen ohne direkte Lernziele zu etablieren

Today in german as this blog post is part of my learning journey in the german cl2025 MOOCathon.

Heute trafen sich die Teilnehmer der Schweizer Lerngruppe #cl2025ch das erste Mal virtuell- für mich eine Premiere, noch nie hatte ich ein Meeting mit Personen, die ich im Internet kennengelernt hatte!

Martin startete das Treffen mit einem “Check in”- jeder legte kurz da, was so ein Montag Morgen für ihn bedeutete und wie er den heutigen bisher erlebte. Ein schöner Einstieg um das Eis zu brechen, wobei dieses sehr schnell schmolz und wir sofort in einer anregenden Diskussion zu Lernen in Organisationen landeten. So anregend, dass die Zeit im Nu verging und WOL in den Hintergrund geriet. Deswegen wurde beschlossen, ab jetzt jeweils 45 Minuten WOL zu widmen und anschliessend eine offene Diskussion zu unseren Erfahrungen mit L&D und dem cl2025 MOOCathon abzuhalten.

Ein grosser Teil der Diskussion handelte von der Schwierigkeit, offene Lernumgebungen ohne direkte Lernziele zu etablieren. Sei es von Seiten Management, aber auch von Seiten der Lernenden her. Es wurde zum Beispiel berichtet, wie ein in einer Firma durchgeführter MOOC die Mitarbeitenden überfordert hat, da sie konkrete Lernwege und –ziele erwarteten. Wie Diskussionsplattformen leer blieben, da die Leute sich scheuten, teilzunehmen oder keinen Nutzen darin sahen und dafür auch keine Zeit aufwenden konnten oder wollten. Es wurde besprochen, ob Lernende eine gewisse „Lernreife“ erwerben müssen, um Lernen als Prozess an sich ohne konkrete Zielsetzung zu sehen. Und wie das Prinzip der Augenhöhe etabliert werden kann.

Ein anderer Aspekt war die Frage, ab welcher Grösse ein Unternehmen Plattformen und/oder Tools zum Wissensaustausch braucht. In kleineren Unternehmen wählen die Mitarbeiter das persönliche Gespräch und erhalten Wissen im Kontext, wobei dieses aber nicht externalisiert und für spätere Zeitpunkte festgehalten werden kann. Grosse Unternehmen wählen Informations-Plattformen, was dies dann aus dem Kontext reissen kann. Martin erzählte dabei kurz von Ask the Brain, ihrer Wissensplattform, welche sowohl als Informationsspeicher aber auch für Diskussionen und damit Weiterentwicklungen von Fragestellungen dient.

Schlussendlich drehte sich das Gespräch noch um Communities und die Schwierigkeit solche aufzubauen und zu erhalten. Wie manage ich eine Community? Wie finde ich die richtigen Leute, um eine aktive Community aufzubauen? Können MOOCs (ohne M), WOLs oder ein konkretes Lernziel Starter für eine Community sein?

Ich freue mich schon sehr auf den Austausch nächsten Montag!

Bild von https://en.wikipedia.org/wiki/File:Gene_Pierson_on_Blind_Date.jpg

No network? Afraid of speaking out? Try WOL!

Knowledge management and modern learning have a common ground: interact, exchange and collaborate to learn and advance. To do so, one has to have a supportive network and the ability to formulate one’s aims, ideas and thoughts. Which may not be the case for everybody. You may not have a network (yet), collaborative work is not a part of your organization’s culture (yet), or you are just shy and don’t dare to contribute (yet).

Working Out Loud (WOL) is an approach (or a whole movement) that helps you to build trustful relationships and thereby a network supporting you in reaching a personal aim. It teaches you how to reach out and engage with people, to build up trust, to get and give (from recognition to sharing actual work), to empower yourself and others, and to contribute to establish a collaborative culture.

I never did WOL before, but now I take the chance of the #cl2025, the Corporate Learning 2025 MOOCathon of the Corporate Learning Alliance, to experience it myself. Our small learning group of 5 will meet once per week (virtually, maybe personally) for one hour for a total of 12 weeks and thereby follow the Circle Guides. This should step-by-step lead us to a new habit that includes outreach, engagement, strengthening of relationships and, of course, reaching a goal by peer-support.

I am very curious and looking forward trying this (for me) new approach of learning and collaboration in the digital age. As I do personal knowledge management (PKM) for quiet a while now, which seems to partly overlap with WOL, I am wondering about the similarities and differences of the two. And last but not least I am wondering how such an approach could be applied to supporting network building within an organization. I definitively will tell you!

Picture taken from : https://pbs.twimg.com/media/CUMZNisUAAABgDd.jpg

Offering self-directed, motivating learning by content curation

Today it’s the start of the iMoox „Open Educational Resources“ of Sandra Schön and Martin Ebner. Educational resources you are allowed not only to use for your purposes but also to share and change according to your needs. This goes straight into the topic of content curation in teaching and learning, which I am really fond of.

Content curation does mean taking advantage of the best resources for your own learning project. Beside „not re-inventing the wheel“, content curation brings multiple advantages to a learning experience. It offers multiple views on a topic by including views of different authors or experts. It expands the content itself by giving the possibility to include sub-topics the teacher is not familiar with himself. It offers choice to the learner to select which resources (and media formats) he wants to use. And it tenders the potential to include content of different depth and length to meet students variable knowledge levels and time constraints.

Taken together, content curation fulfils many of the requirements for a self-directed, motivating learning experience. Doing so with OER is a save way to offer your students engaging and diversified content.

Picture from https://www.jisc.ac.uk/blog/sharing-the-love-for-oer-and-you-should-too-09-may-2014