Yes I can! Von Gewohnheiten, Visionen und der eigenen Präsenz- WOL Wochen 6, 7 und 8

Dieses Mal war ich vor unserem WOL Treffen ein wenig verunsichert. In den letzten Wochen hatten wir uns aufgrund der Sommerferien nur selten ausgetauscht, und es waren auch nie alle dabei. Hiess dies, das Momentum war bereits vorbei und unsere WOL Initiative versandete?

Und dann waren sie alle da, meine WOL Gspänli. Wir kämpften wie immer mit der Technik und lachten schon in den ersten Minuten. Wir erzählten uns von unseren Wegen, unseren Gedanken, unseren Erfahrungen. Meine Bedenken waren absolut unbegründet, im Gegenteil. Da wir uns auf Augenhöhe begegneten, war ein Vertrauensverhältnis entstanden, an das sich mühelos anknüpfen liess. Die Pause liess das Erarbeitete einsickern und erlaubte auch ein Reflektieren, wie weit es schon zur Gewohnheit geworden war und wo noch gearbeitet werden könnte. Perfekt dazu passte die Beitrags-Checkliste aus Woche 8 – welche Arten von Beiträgen passieren schon ohne Nachzudenken, sind also Teil von uns geworden? Und was ist noch neu, unprobiert?

Das Einflussreichste dieser Wochen war aber bei allen zweifelsohne der Brief. Wir alle hatten ihn geschrieben und dabei die Erfahrung gemacht, wie diese Visionierung dazu führte, dass wir unser Ziel überdachten, erweiterten, konkretisierten oder sogar neu definierten, da wir es nun in einem grösseren Zusammenhang sahen. Schon während des Erzählens fand- zumindest bei mir- eine weitere Transformation statt. Ich realisierte, dass ich zuwenig mutig gewesen war, zuwenig visionär, und vielleicht auch zuwenig ehrlich. Ein weiterer input, den ich diese Woche von einem WOL Mitglied bekam (jaja, sharing is caring, und WOL ermutigt- es funktioniert!), liess mich dann meinen Brief nochmals überarbeiten. Nun wird er ausgedruckt und als reminder, als Mutmacher auf meinem weiteren Weg dienen.

Zu diskutieren gaben die systematischen Beziehungslisten. Ist es wirklich opportun, zwischenmenschliche Kontakte zu systematisieren? Und wenn ja, wie- mit Karteikarten? Outlook Kontakte? Excel-Liste? Eine Art Adressbuch? Ich habe mich an letzteres gesetzt. Die Zeit wird zeigen, wie sich meine Gefühle und Routinen dazu entwickeln.

Um laut zu arbeiten, sich zu vernetzen, gehört natürlich die eigene online Präsenz. Immer wieder kommen die WOL Übungen darauf zurück und führen dazu, den eigenen Auftritt zu erstellen, zu reflektieren, zu überarbeiten und auszuweiten. Wie soll das Gegenüber wissen, was in einem steckt ausser einigen formalen Diplomen und den letzten Jahren Berufstätigkeit? Nie wäre ich von selbst auf den Gedanken gekommen, dass da durchaus auch Ziele Platz haben. Future child book author. Future social collaboration consultant for science? Warum auch nicht? Beitragsart Nummer 8: Teile Deine Arbeit noch während des Stadiums „in Arbeit“. Darum logg ich mich nun mal auf LinkedIn ein und setzte diese noch offene Aufgabe um.

Eine geistige Haltung und eine Werkzeugkiste- WOL Woche 4+5

Es ist ein wenig wie Wasser predigen und Wein trinken…. Da trichtern wir unseren Kindern ein, auf keinen Fall auf Fremde zu reagieren und im Internet sicher nichts von sich preiszugeben. Und was machen wir? Treffen uns wöchentlich virtuell mit 3 Fremden und reden über unsere persönlichen Fortschritte und dabei auch mal über unser Leben. Und haben Spass daran, vertrauen uns und lassen uns durch die unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Perspektiven inspirieren. Zum Glück kriegen das die Kinder nicht mit….

Nach nun 5 Wochen ist unser WOL Circle zu einem (fast) festen Punkt im Wochenablauf geworden und eine Bereicherung für alle, speziell an einem Montag Morgen. Wir halten uns nicht mehr ganz so streng an die Vorgaben- vergessen zuweilen sogar, wo wir gerade stecken- begleiten uns aber immer noch auf der WOL-Reise, die bisherigen Erfahrungen einbeziehend und die neuen Inputs beachtend. Und so entwickelt jeder von uns für sich ein mindset und eine toolbox. Ein mindset, das uns hilft, Möglichkeiten oder Personen überhaupt erst zu sehen, sich in andere einzudenken, Gemeinsamkeiten zu finden, und Gelegenheiten zu erkennen. Und eine toolbox, die uns darin unterstützt, diese Gelegenheiten zu nutzen, diese Gemeinsamkeiten auszudrücken, diese Personen zu kontaktieren und ihnen nützlich zu sein.

Du musst den Menschen nützlich sein. Schon wieder so eine Weisheit, die bereits vor 20 Jahren an mich herangetragen wurde. Viele Dinge haben sich im Laufe der Zeit nicht geändert, sind Essenzen des menschlichen Zusammenlebens. Und doch gilt es sie in die digitale Welt zu übertragen und dafür zu erweitern. WOL kann dabei helfen. Sollte also (wider Erwarten) das gesetzte Ziel nicht erreicht werden, so hat WOL immerhin den Teilnehmer angeregt, über sich und seine Interaktionen zu reflektieren. Was in jedem Falle wertvoll ist.

Und zu meinem Ziel, meiner Liste? Dem Ziel bin ich schon viel näher, als ich es je in dieser kurzen Zeit für möglich gehalten hätte. Es hat sich leicht umformuliert, sich zum Teil selbstständig gemacht, ist konkreter, greifbarer geworden. Das hilft mir auch ausserhalb des WOL Circles, mich genauer, besser mitzuteilen. Und die Liste? Besteht heute aus völlig anderen Personen als ursprünglich- alles neue Kontakte, von denen ich vor wenigen Wochen gar nicht wusste, dass sie existieren. Was will man mehr….

Vom bedingungslosen Lernen- WOL 2 und 3

Heute Morgen fand unser 3. WOL Circle statt-ja, wir sind nicht die Schnellsten, aber wir bleiben dran! Und das heutige Thema, Zeitmanagement, passte gerade hervorragend. Denn bei uns allen ist momentan viel los, und wir können gerade viel weniger Zeit mit dem #cl2025 und #WOL verbringen, als wir eigentlich gerne möchten. Deswegen habe ich nach dem WOL Circle beschlossen, Übung 2 (Bezahle Dich zuerst selbst) sofort durchzuführen und mich hier und jetzt mit der Zeit für eine Reflexion und einen Blog Post zu beschenken!

Woche 2 war für die Teilnehmer, die bereits Personal Knowledge Management machen, eine relativ einfache Woche. Neue Netzwerkpunkte finden, diese zu berühren durch ein Like oder einen Kommentar, eventuell sogar bereits mit ihnen konkreter in Kontakt zu treten, ist eine Vorgehensweise, die auch für PKM zentral ist. Der Unterschied zu PKM ist, dies bei WOL gezielt zu tun- mit einem Ziel oder einer bestimmten Fragestellung im Hintergrund. Dies war für mich ja auch bereits eine Erkenntnis der 1. Woche.

Doch nicht alle potentiell interessanten Personen lassen sich über die Sozialen Medien kontaktieren. Es gibt Leute, die sind nicht präsent oder nicht aktiv. Macht nichts. Wie bei unserem Austausch schnell klar wurde, geht auch immer noch das gute alte Email- vorausgesetzt, das Mindset in der Email ist das gleiche wie beim vorgeschlagenen Weg über die sozialen Medien, nämlich Ich biete Dir einen Beitrag an. Schwieriger ist es aber, solche Kontakte aktiv zu halten ohne aufdringlich zu sein. Wir werden berichten, ob uns dies gelingt und vor allem wie.

Aber eben, das Zeitmanagement…. Sich 10% seiner Arbeitszeit für Lernen einzuplanen, haben alle schon probiert, und es hat bei niemandem funktioniert. Spannend ist der Ansatz, bei einem längeren Arbeitsweg ortsgebunden zu lernen- im Zug von Station A bis Station B. Aber auch dies erfordert Disziplin. So kamen wir undisziplinierten Circle Teilnehmer zur Frage, ob es denn überhaupt ein fixes Lernpensum braucht? Ob wir uns selbst nicht zu Herzen nehmen sollten, was letzte Woche im #cl2025 diskutiert wurde- nämlich sich bewusst werden, dass wir 70% während unserer Arbeit lernen. Und dass das, was wir zusätzlich lernen oder wo wir uns zusätzlich engagieren wollen, halt in Wellen funktioniert. Mal haben wir mehr Zeit und Energie, mal weniger. Anstatt uns unter Druck zu setzen und frustriert zu sein, wenn es mal nicht so klappt, Lernen bedingungslos anzusehen und uns „nur“ darauf zu konzentrieren, dass die Wellentäler nicht Überhand nehmen, sondern ein Wellenkamm in Aussicht ist. Denn wenn der Mensch nicht bereit ist zu lernen- aus welchen Gründen auch immer- kann er auch nichts lernen!

So haben wir für uns die wichtigsten Faktoren für unser Lernen zusammengestellt: Realistische Ziele, Bewusstsein was/wieviel wir lernen, ein wenig Geduld, und unser unterstützendes Netzwerk. Denn- so waren sich in dieser intensiven Zeit alle einig- die Regelmässigkeit des WOL Circles und der damit einhergehende, positive Gruppendruck sind für uns alle eine grosse Hilfestellung um „dran zu bleiben“- auf welchem Level nun auch immer.

Und eben, die 70%. Lernen während der Arbeit, während dem WOL. Wie @audelatreille es uns gleich wieder wunderbar aufgezeigt hat, indem sie unser Meeting in eine Sketchnote verwandelt hat- ihrem Ziel „Inhalte durch Visualisierungen zu ergänzen“ wieder einen Schritt näher :-)!

Die Krux mit der Liste- die erste WOL Woche

Ich schaffe es einfach nicht! Seit rund zwei Wochen bin ich dran. Und hab noch keiner einzigen Person meiner WOL Liste einen Beitrag geschenkt….. Schlecht! Oder etwa doch nicht?

Ich gebe es zu, ich bin unserer WOL Gruppe ein wenig vorausgeeilt (Neugier) und hatte schon vor unserem ersten Treffen meine Liste begonnen. So konnte ich auch gleich 8 Einträge vorweisen, meist Personen, denen ich irgendwann in meinem Leben begegnet bin und von denen ich irgendwie hoffte, dass sie mich meinem Ziel näher bringen können.

Eine Person habe ich kontaktiert- auf Twitter gefunden, ihr gefolgt und einen Beitrag geschenkt. Um festzustellen, dass diese Person wohl nur bei jedem zweiten Vollmond ihren Twitter Account bedient.

Ansonsten habe ich es zu keiner weiteren Person geschafft. Nicht, weil ich keine Zeit gehabt hätte. Auch nicht, weil ich Angst hätte oder nicht wüsste wie. Nein, der Grund ist-ich glaube WOL funktioniert! Und zwar wie versprochen (und von mir natürlich nicht geglaubt), schon ab der ersten Woche. Anstelle meiner Personen habe ich nämlich bei jedem Besuch der sozialen Netze noch interessantere, an meinem Ziel näher dran lebende Persönlichkeiten oder Organisationen gefunden. Das Resultat sind 4 neue spannende Verbindungen diese Woche, wovon als Sahnehäubchen eine der Verbindungen mich gefunden hat, und nicht ich sie.

Meine Freundin, hart im Nehmen und hart im Geben, meint natürlich Anfängerglück! Aber nein, das ist es nicht. Ich bin ja nicht erst seit dem WOL Circle daran, Leute in Verbindung mit meinem Ziel zu suchen (und nicht wirklich zu finden). Der Unterschied für mich ist, dass ich a) mit einem sehr klar definierten Ziel arbeite und b) nicht mit Stichworten oder nach ganz bestimmten Personen leise suche, sondern laut und über soziale Netzwerke und mich dabei auch treiben lasse.

Und jetzt meine Liste? Ich schaue sie an und freue mich darüber, dass sie schon so geholfen hat…..

Nachtrag: Nach dem Hören des WOL Woche 3 podcasts braucht es einen Nachtrag! Harald Schirmer erzählt, wie man über Netzwerke, Foren oder sogar Übersetzungstools zu neuen Begriffen für seine Interessen gelangt, welche dann bei einer Google-Suche plötzlich ganz neue Treffer erzielen. Dem kann ich nur zustimmen! Für mich nicht nur eine Transformation vom Englischen ins Deutsch, sondern auch genauere oder einfach andere Bezeichnungen, welche mich auf ganz neue Pfade führen. Mein Liebling momentan: ganz simpel- Lernnetzwerk!

Mein erstes Blind Date und die Schwierigkeit, offene Lernumgebungen ohne direkte Lernziele zu etablieren

Today in german as this blog post is part of my learning journey in the german cl2025 MOOCathon.

Heute trafen sich die Teilnehmer der Schweizer Lerngruppe #cl2025ch das erste Mal virtuell- für mich eine Premiere, noch nie hatte ich ein Meeting mit Personen, die ich im Internet kennengelernt hatte!

Martin startete das Treffen mit einem “Check in”- jeder legte kurz da, was so ein Montag Morgen für ihn bedeutete und wie er den heutigen bisher erlebte. Ein schöner Einstieg um das Eis zu brechen, wobei dieses sehr schnell schmolz und wir sofort in einer anregenden Diskussion zu Lernen in Organisationen landeten. So anregend, dass die Zeit im Nu verging und WOL in den Hintergrund geriet. Deswegen wurde beschlossen, ab jetzt jeweils 45 Minuten WOL zu widmen und anschliessend eine offene Diskussion zu unseren Erfahrungen mit L&D und dem cl2025 MOOCathon abzuhalten.

Ein grosser Teil der Diskussion handelte von der Schwierigkeit, offene Lernumgebungen ohne direkte Lernziele zu etablieren. Sei es von Seiten Management, aber auch von Seiten der Lernenden her. Es wurde zum Beispiel berichtet, wie ein in einer Firma durchgeführter MOOC die Mitarbeitenden überfordert hat, da sie konkrete Lernwege und –ziele erwarteten. Wie Diskussionsplattformen leer blieben, da die Leute sich scheuten, teilzunehmen oder keinen Nutzen darin sahen und dafür auch keine Zeit aufwenden konnten oder wollten. Es wurde besprochen, ob Lernende eine gewisse „Lernreife“ erwerben müssen, um Lernen als Prozess an sich ohne konkrete Zielsetzung zu sehen. Und wie das Prinzip der Augenhöhe etabliert werden kann.

Ein anderer Aspekt war die Frage, ab welcher Grösse ein Unternehmen Plattformen und/oder Tools zum Wissensaustausch braucht. In kleineren Unternehmen wählen die Mitarbeiter das persönliche Gespräch und erhalten Wissen im Kontext, wobei dieses aber nicht externalisiert und für spätere Zeitpunkte festgehalten werden kann. Grosse Unternehmen wählen Informations-Plattformen, was dies dann aus dem Kontext reissen kann. Martin erzählte dabei kurz von Ask the Brain, ihrer Wissensplattform, welche sowohl als Informationsspeicher aber auch für Diskussionen und damit Weiterentwicklungen von Fragestellungen dient.

Schlussendlich drehte sich das Gespräch noch um Communities und die Schwierigkeit solche aufzubauen und zu erhalten. Wie manage ich eine Community? Wie finde ich die richtigen Leute, um eine aktive Community aufzubauen? Können MOOCs (ohne M), WOLs oder ein konkretes Lernziel Starter für eine Community sein?

Ich freue mich schon sehr auf den Austausch nächsten Montag!

Bild von https://en.wikipedia.org/wiki/File:Gene_Pierson_on_Blind_Date.jpg

No network? Afraid of speaking out? Try WOL!

Knowledge management and modern learning have a common ground: interact, exchange and collaborate to learn and advance. To do so, one has to have a supportive network and the ability to formulate one’s aims, ideas and thoughts. Which may not be the case for everybody. You may not have a network (yet), collaborative work is not a part of your organization’s culture (yet), or you are just shy and don’t dare to contribute (yet).

Working Out Loud (WOL) is an approach (or a whole movement) that helps you to build trustful relationships and thereby a network supporting you in reaching a personal aim. It teaches you how to reach out and engage with people, to build up trust, to get and give (from recognition to sharing actual work), to empower yourself and others, and to contribute to establish a collaborative culture.

I never did WOL before, but now I take the chance of the #cl2025, the Corporate Learning 2025 MOOCathon of the Corporate Learning Alliance, to experience it myself. Our small learning group of 5 will meet once per week (virtually, maybe personally) for one hour for a total of 12 weeks and thereby follow the Circle Guides. This should step-by-step lead us to a new habit that includes outreach, engagement, strengthening of relationships and, of course, reaching a goal by peer-support.

I am very curious and looking forward trying this (for me) new approach of learning and collaboration in the digital age. As I do personal knowledge management (PKM) for quiet a while now, which seems to partly overlap with WOL, I am wondering about the similarities and differences of the two. And last but not least I am wondering how such an approach could be applied to supporting network building within an organization. I definitively will tell you!

Picture taken from : https://pbs.twimg.com/media/CUMZNisUAAABgDd.jpg